Tagesordnungspunkt

TOP Ö 4: Beschluss zur Befreiung nach § 67 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG)
Erneuerung Wegebelag im Bürgerpark Alkenrath und Baumfällungen entlang des Weges
- Vorlage Nr. 2018/2489 (Änderung der Beschlusslage zu Beschluss 2017/1944 vom 30.11.2017)

BezeichnungInhalt
Sitzung:06.11.2018   NB/015/2018 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Herr Baumhögger berichtet über den Termin am 12.09.2018, bei dem die Suchgräben von Vertretern des Beirates, des Bezirkes und der Verwaltung besichtigt wurden. Dabei wurde jeder einzelne Baum in Augenschein genommen mit dem Ergebnis, dass die Bäume sechs und acht (siehe Anlage 1) erhalten bleiben sollen. Eine Nachpflanzung von einem Baum wäre im westlichen Bereich des Bürgerparks möglich. Weitere Ersatzpflanzungen erfolgen im Stadtgebiet.

 

Herr Kossler erläutert, dass der Unterwuchs an vielen Stellen bereits eine beträchtliche Größe erreicht hat und in Zukunft die zu fällenden Bäume ersetzen würde.

 

Das Vorhaben wird im Beirat kontrovers diskutiert. So wird z. B. eingewendet, dass nur wenige Bäume den Weg durch ihre Wurzeln schädigen und dass diese Schäden durch eine Erneuerung der wassergebundenen Decke ausgeglichen werden könnten.

 

Herr Schmitz, Fachbereich Stadtgrün, führt aus, dass es wiederholt Begehungen durch den Fachbereich gegeben hat und dass neben der Verkehrssicherung auch die Wegesicherung Grund für die Maßnahme ist. So gab es auch wiederholt Beschwerden aus der Bevölkerung, dass die Baumwurzeln die Wege schlecht passierbar machen. Bezüglich des Wegebelages weist Herr Schmitz darauf hin, dass aufgrund der Gefällstrecke eine Asphaltdecke angelegt werden sollte (siehe hierzu auch Ausführungen zur Niederschrift der Beiratssitzung vom 10.04.2018, TOP 4).).

 

Herr Dr. Gestermann wendet ein, dass die Fällungen der Bäume zu einem dynamischen Gleichgewicht im Park beitragen könnten.

 

Herr Rees führt aus, dass selbst eine Asphaltdecke kein unbedingter Grund für die Fällung der Bäume ist. Bei entsprechendem Unterbau sei auch unter einer Asphaltdecke genug Platz für die Baumwurzeln.

 

Hier wird die Sitzung durch einen Zwischenruf und das Verlesen eines Textes zum Thema von einer Zuhörerin kurzfristig unterbrochen.

 

Herr Bosbach informiert anschließend über seine Teilnahme an dem Ortstermin am 12.09.2018. Es sollte genau geprüft werden, welches Vorgehen angebracht ist. Ein Erhalten der Bäume um jeden Preis hält er nicht für sinnvoll. Er gibt zu bedenken, dass auch die Bedürfnisse älterer Mitbürger berücksichtigt werden sollten.

 

Herr Baumhögger lässt im Anschluss an die Diskussion über den vorliegenden Antrag abstimmen.

 

Beschluss:

 

1.    Der Naturschutzbeirat stimmt der von der Verwaltung vorgeschlagenen Erneuerung von Wegen im westlichen Teil des Bürgerparks Alkenrath und der Fällung von sieben Bäumen zu.

 

2.    Zwei Bäume (Nummer sechs und acht in dem als Anlage beigefügten Plan) werden – entgegen der bestehenden Beschlusslage der Bezirksvertretung für den Stadtbezirk III vom 30.11.2017, Reg.-Nr. 2017/1944 – nicht gefällt.

 

dafür:             5

dagegen:       4

enthalten:     6

 

 

Im Anschluss daran erfolgen weitere Wortbeiträge:

 

Herr Morgenstern regt nach dem Beschluss an, dass Fachbereich Stadtgrün prüft, ob evtl. weitere Bäume erhalten bleiben können, indem der Weg nicht vollständig asphaltiert wird. So könnten evtl. Teile des Weges ohne Gefällstrecken mit einer wassergebunden Decke versehen werden. Herr Schmitz, Fachbereich Stadtgrün, sagt eine Prüfung zu.

 

Herr Baumhögger betont, dass es sich bei dem Alkenrather Park um einen Bürgerpark handele, dessen Hauptzwecke die Erholung der Bevölkerung sei.

 

Herr Dr. Eilmus bittet darum, dass der Beirat zukünftig mehr Zeit in echte ‚Naturschutzthemen‘ investiert, statt in einzelne – ökologisch wenig wichtige – Bäume. Zweck des Beirates sei der Naturschutz, nicht der Baumschutz. Er hält es für möglich, dass die zu fällenden Bäume zukünftig durch interessantere Vegetation ersetzt werden können.

 

Herr Babilon führt aus, dass bei der ganzen Diskussion die Frage nach der Verkehrssicherungspflicht gegenüber den Bürgern berücksichtigt werden muss; es gehe nicht nur um Bäume, die am Ende ihrer Lebenszeit seien. Auch er sieht den Schutz der Natur im Außenbereich als vordinglich an.