Betreff
KI- und Radargestütztes integriertes Überflutungsmanagementsystem im Bergischen Land (KIRa-Berg)
Vorlage
2026/0223
Aktenzeichen
312-kr
Art
Kenntnisnahmevorlage

Kenntnisnahme:

Die Einreichung eines EFRE-Förderantrags (EFRE - Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) durch den Oberbergischen Kreis für das Projekt KIRa-Berg (KI- und Radargestütztes integriertes Überflutungsmanagementsystem im Bergischen Land), welches im Rahmen der Kooperation Überflutungsvorsorge an Agger und Wupper (ÜVAW) entwickelt wurde, wird zur Kenntnis genommen.

gezeichnet:

In Vertretung                                                In Vertretung

Adomat                                                        Lünenbach

(zugleich in Vertretung

des Oberbürgermeisters)


Begründung:

Die Stadt Leverkusen hat im Jahr 2021 die Kooperation Überflutungsvorsorge an Agger und Wupper (ÜVAW) gemeinsam mit den Städten Remscheid, Solingen und Wuppertal, dem Ennepe-Ruhr-Kreis, dem Oberbergischen Kreis, dem Rheinisch-Bergischen Kreis und dem Rhein-Sieg-Kreis sowie dem Aggerverband und dem Wupperverband ins Leben gerufen. Im Rahmen der Kooperation wurde das Projekt KIRa-Berg (KI- und Radargestütztes integriertes Überflutungsmanagementsystem im Bergischen Land) entwickelt. Dieses koordiniert der Oberbergische Kreis als Konsortialführer der Kooperation ÜVAW. Projektpartnerinnen und -partner sind die Technische Hochschule Köln (TH Köln) und die Universität Bonn sowie assoziierte Partnerinnen und Partner, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD), das Hochwasserkompetenzzentrum (HKC) und das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima des Landes Nordrhein-Westfalen (LANUK NRW).

Das Projekt umfasst ein innovatives, integriertes Überflutungsmanagementsystem, das Fachbehörden, Leitstellen und Krisenstäbe bei der frühzeitigen Erkennung von Überflutungsgefahren sowie bei der Planung und Umsetzung wirksamer Schutz- und Einsatzmaßnahmen unterstützen soll. Zentrale Bestandteile des Projekts sind die nachstehend aufgeführten Bausteine:

1. X-Band-Radarsystem:

Aufbau eines hochauflösenden X-Band-Radarsystems (100 m /60 s) im Bergischen Land, das in das amtliche Warnsystem des Deutschen Wetterdienstes (DWD) integriert werden soll. Es verbessert die Detektion kleinräumiger Starkregenereignisse signifikant.

2. KI-Hybrid-Modell:

Das Modell ermöglicht die sekundenschnelle Simulation pluvialer (vom Niederschlag verursachter) und fluvialer (von Gewässern herrührender) Überflutungen und deren Wechselwirkungen und benennt dabei Unsicherheiten. Dies schafft eine belastbare und Szenarien basierte Entscheidungsgrundlage für das Überflutungsmanagement.

3. Echtzeit-Entscheidungsmodul:

Interaktive „Was-wäre-wenn-Analysen“ zur Planung und Bewertung von Maßnahmen (z. B. mobile Schutzwände, Evakuierungsrouten, Retentionsflächen). Dieses Modul kann auch in der Stadt- und Landschaftsplanung von großem Nutzen sein, etwa zur Identifizierung und Bewertung potenzieller Retentionsflächen und ihrer Wirksamkeit.

4. Nutzerzentrierte Systementwicklung:

Modulare, praxistaugliche Ausgestaltung des Systems unter Einbindung aller relevanten Akteurinnen und Akteure.

Somit leistet KIRa-Berg einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Überflutungsvorsorge, erhöht die Reaktionsfähigkeit bei Extremereignissen und stärkt die regionale Resilienz. Das Vorhaben wird zunächst im Oberbergischen Kreis pilotiert und optimiert. Anschließend ist eine Skalierung auf die gesamte Projektregion der ÜVAW im Bergischen Land vorgesehen. Durch die modulare Architektur und Standard-Schnittstellen ist eine Ausweitung auf weitere Regionen und klimabedingte Krisenszenarien möglich.

Über das Projekt wurde in der Mitteilung MI/2026/217 (SessionNet | Mitt Dez. III - KI- und Radargestütztes integriertes Überflutungsmanagementsystem im Bergischen Land (KIRa-Berg)) am 06.02.2026 informiert. Derzeit wird ein Förderantrag für den EFRE-Förderaufruf (EFRE - Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) im Rahmen der REGIONALE 2025 Bergisches RheinLand erarbeitet. Die Einreichung des Vollantrags ist für das Frühjahr 2026 vorgesehen. Der geplante Projektzeitraum erstreckt sich, vorbehaltlich der rechtzeitigen Bewilligung, von Juli 2026 bis Dezember 2028.

Die gesamten Projektkosten belaufen sich auf rund 1,83 Mio. Euro. Der auf die ÜVAW entfallende Projektanteil beträgt dabei 1,23 Mio. Euro. Die TH Köln und die Universität Bonn sind für die weiteren Projektteile verantwortlich. Der Fördersatz für den ÜVAW-Anteil von 1,23 Mio. Euro beträgt 80 %. So beläuft sich der Eigenanteil der Kooperation ÜVAW auf 246.000 EURO, woraus sich für die Stadt Leverkusen basierend auf dem Kostenschlüssel der Kooperationspartnerinnen und -partner in der geschlossenen Vereinbarung und unter Abzug noch vorhandener Rücklagen der Kooperation in Höhe von 40.000 Euro für den genannten Zeitraum ein Kostenbeitrag von rund 10.300 Euro ergibt.

Die gesamte Projektabwicklung wird über den Haushalt des Oberbergischen Kreises als Fördermittelempfänger erfolgen. Die Stadt Leverkusen hat als ÜVAW-Partnerin dem Oberbergischen Kreis für die Konsortialführerschaft die Übernahme ihres Eigenanteils bereits zur Skizzeneinrichtung schriftlich zugesichert. Die Finanzierung des Eigenanteils der Stadt Leverkusen für die gesamte Projektlaufzeit ist über die im Haushalt 2026 fortfolgend verfügbaren Mittel zur Projektentwicklung sichergestellt.


I) Finanzielle Auswirkungen im Jahr der Umsetzung und in den Folgejahren

 Nein (sofern keine Auswirkung = entfällt die Aufzählung/Punkt beendet)

 Ja – ergebniswirksam

Produkt:1401 Sachkonto: 526100

Aufwendungen für die Maßnahme: 10.300,00

Fördermittel beantragt:   Nein   Ja 80 % (wird beantragt/ ist Gegenstand der Vorlage)

Name Förderprogramm: EFRE-Förderaufruf REGIONALE Bergisches RheinLand – Maßnahmen 7.1 „Klimaanpassung auf lokaler und regionaler Ebene".

Ratsbeschluss vom 12.12.2022 zur Vorlage Nr. 2022/1850.

Beantragte Förderhöhe: 80% der Projektkosten in Höhe von 1.230.000 € (der Eigenanteil der Stadt Leverkusen beträgt insgesamt 10.300,00 € für drei Jahre).

 Ja – investiv

Finanzstelle/n:       Finanzposition/en:      

Auszahlungen für die Maßnahme:      

Fördermittel beantragt:   Nein   Ja       %

Name Förderprogramm:      

Ratsbeschluss vom       zur Vorlage Nr.      

Beantragte Förderhöhe:      

Maßnahme ist im Haushalt ausreichend veranschlagt

 Ansätze sind ausreichend

 Deckung erfolgt aus Produkt/Finanzstelle Produktgruppe 1401/ Finanzstelle PN1401

 in Höhe von 10.300,00

Jährliche Folgeaufwendungen ab Haushaltsjahr:      

 Personal-/Sachaufwand:      

 Bilanzielle Abschreibungen:      

Hierunter fallen neben den üblichen bilanziellen Abschreibungen auch einmalige bzw. Sonderabschreibungen.

 Aktuell nicht bezifferbar

Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam) ab Haushaltsjahr:      

 Erträge (z. B. Gebühren, Beiträge, Auflösung Sonderposten):      

Produkt:       Sachkonto      

Einsparungen ab Haushaltsjahr:      

 Personal-/Sachaufwand:      

Produkt:       Sachkonto      

 ggf. Hinweis Dez. II/FB 20:            

Es wurden entsprechende Mittel für den Haushalt 2026 ff. angemeldet. Es wird darauf hingewiesen, dass die eingeplanten Mittel noch unter dem Vorbehalt des Ratsbeschlusses zum Haushalt und Haushaltssicherungskonzept (HSK) 2026 ff. sowie des sich anschließenden Genehmigungsverfahrens für Haushalt und HSK stehen.

II) Nachhaltigkeit der Maßnahme im Sinne des Klimaschutzes:

Klimaschutz  betroffen

Nachhaltigkeit

kurz- bis

mittelfristige Nachhaltigkeit

langfristige Nachhaltigkeit

 ja   nein

 ja   nein

 ja   nein

 ja   nein