Kenntnisnahme:
Die Einreichung
eines EFRE-Förderantrags (EFRE - Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) durch
den Oberbergischen Kreis für das Projekt KIRa-Berg (KI- und Radargestütztes
integriertes Überflutungsmanagementsystem im Bergischen Land), welches im
Rahmen der Kooperation Überflutungsvorsorge an Agger und Wupper (ÜVAW)
entwickelt wurde, wird zur Kenntnis genommen.
gezeichnet:
In Vertretung In Vertretung
Adomat Lünenbach
(zugleich in Vertretung
des Oberbürgermeisters)
Begründung:
Die Stadt
Leverkusen hat im Jahr 2021 die Kooperation Überflutungsvorsorge an Agger und
Wupper (ÜVAW) gemeinsam mit den Städten Remscheid, Solingen und Wuppertal, dem
Ennepe-Ruhr-Kreis, dem Oberbergischen Kreis, dem Rheinisch-Bergischen Kreis und
dem Rhein-Sieg-Kreis sowie dem Aggerverband und dem Wupperverband ins Leben
gerufen. Im Rahmen der Kooperation wurde das Projekt KIRa-Berg (KI- und
Radargestütztes integriertes Überflutungsmanagementsystem im Bergischen Land)
entwickelt. Dieses koordiniert der Oberbergische Kreis als Konsortialführer der
Kooperation ÜVAW. Projektpartnerinnen und -partner sind die Technische
Hochschule Köln (TH Köln) und die Universität Bonn sowie assoziierte
Partnerinnen und Partner, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD), das
Hochwasserkompetenzzentrum (HKC) und das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima
des Landes Nordrhein-Westfalen (LANUK NRW).
Das Projekt
umfasst ein innovatives, integriertes Überflutungsmanagementsystem, das
Fachbehörden, Leitstellen und Krisenstäbe bei der frühzeitigen Erkennung von
Überflutungsgefahren sowie bei der Planung und Umsetzung wirksamer Schutz- und
Einsatzmaßnahmen unterstützen soll. Zentrale Bestandteile des Projekts sind die
nachstehend aufgeführten Bausteine:
1. X-Band-Radarsystem:
Aufbau eines
hochauflösenden X-Band-Radarsystems (100 m /60 s) im Bergischen Land,
das in das amtliche Warnsystem des Deutschen Wetterdienstes (DWD) integriert
werden soll. Es verbessert die Detektion kleinräumiger Starkregenereignisse
signifikant.
2. KI-Hybrid-Modell:
Das Modell
ermöglicht die sekundenschnelle Simulation pluvialer (vom Niederschlag
verursachter) und fluvialer (von Gewässern herrührender) Überflutungen und
deren Wechselwirkungen und benennt dabei Unsicherheiten. Dies schafft eine
belastbare und Szenarien basierte Entscheidungsgrundlage für das
Überflutungsmanagement.
3. Echtzeit-Entscheidungsmodul:
Interaktive
„Was-wäre-wenn-Analysen“ zur Planung und Bewertung von Maßnahmen (z. B.
mobile Schutzwände, Evakuierungsrouten, Retentionsflächen). Dieses Modul kann
auch in der Stadt- und Landschaftsplanung von großem Nutzen sein, etwa zur
Identifizierung und Bewertung potenzieller Retentionsflächen und ihrer
Wirksamkeit.
4. Nutzerzentrierte
Systementwicklung:
Modulare,
praxistaugliche Ausgestaltung des Systems unter Einbindung aller relevanten
Akteurinnen und Akteure.
Somit leistet
KIRa-Berg einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Überflutungsvorsorge,
erhöht die Reaktionsfähigkeit bei Extremereignissen und stärkt die regionale
Resilienz. Das Vorhaben wird zunächst im Oberbergischen Kreis pilotiert und
optimiert. Anschließend ist eine Skalierung auf die gesamte Projektregion der
ÜVAW im Bergischen Land vorgesehen. Durch die modulare Architektur und
Standard-Schnittstellen ist eine Ausweitung auf weitere Regionen und
klimabedingte Krisenszenarien möglich.
Über das Projekt
wurde in der Mitteilung MI/2026/217 (SessionNet | Mitt Dez. III - KI- und
Radargestütztes integriertes Überflutungsmanagementsystem im Bergischen Land
(KIRa-Berg)) am 06.02.2026
informiert. Derzeit wird ein Förderantrag für den EFRE-Förderaufruf (EFRE -
Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) im Rahmen der REGIONALE 2025
Bergisches RheinLand erarbeitet. Die Einreichung des Vollantrags ist für das
Frühjahr 2026 vorgesehen. Der geplante Projektzeitraum erstreckt sich,
vorbehaltlich der rechtzeitigen Bewilligung, von Juli 2026 bis Dezember 2028.
Die gesamten
Projektkosten belaufen sich auf rund 1,83 Mio. Euro. Der auf die ÜVAW
entfallende Projektanteil beträgt dabei 1,23 Mio. Euro. Die TH Köln und die
Universität Bonn sind für die weiteren Projektteile verantwortlich. Der
Fördersatz für den ÜVAW-Anteil von 1,23 Mio. Euro beträgt 80 %. So beläuft sich
der Eigenanteil der Kooperation ÜVAW auf 246.000 EURO, woraus sich für die
Stadt Leverkusen basierend auf dem Kostenschlüssel der Kooperationspartnerinnen
und -partner in der geschlossenen Vereinbarung und unter Abzug noch vorhandener
Rücklagen der Kooperation in Höhe von 40.000 Euro für den genannten Zeitraum
ein Kostenbeitrag von rund 10.300 Euro ergibt.
Die gesamte
Projektabwicklung wird über den Haushalt des Oberbergischen Kreises als
Fördermittelempfänger erfolgen. Die Stadt Leverkusen hat als ÜVAW-Partnerin dem
Oberbergischen Kreis für die Konsortialführerschaft die Übernahme ihres
Eigenanteils bereits zur Skizzeneinrichtung schriftlich zugesichert. Die
Finanzierung des Eigenanteils der Stadt Leverkusen für die gesamte
Projektlaufzeit ist über die im Haushalt 2026 fortfolgend verfügbaren Mittel
zur Projektentwicklung sichergestellt.
I) Finanzielle Auswirkungen im Jahr der
Umsetzung und in den Folgejahren
Nein (sofern keine Auswirkung = entfällt die Aufzählung/Punkt
beendet)
Produkt:1401
Sachkonto: 526100
Aufwendungen für die Maßnahme: 10.300,00 €
Fördermittel beantragt: Nein Ja 80 %
(wird beantragt/ ist Gegenstand der Vorlage)
Name Förderprogramm: EFRE-Förderaufruf
REGIONALE Bergisches RheinLand – Maßnahmen 7.1 „Klimaanpassung auf lokaler und
regionaler Ebene".
Ratsbeschluss vom 12.12.2022 zur
Vorlage Nr. 2022/1850.
Beantragte Förderhöhe: 80% der Projektkosten in Höhe von 1.230.000 €
(der Eigenanteil der Stadt Leverkusen beträgt insgesamt 10.300,00 € für drei
Jahre).
Ja – investiv
Finanzstelle/n: Finanzposition/en:
Auszahlungen für die Maßnahme: €
Fördermittel beantragt: Nein Ja %
Name Förderprogramm:
Ratsbeschluss vom zur Vorlage Nr.
Beantragte Förderhöhe: €
Maßnahme ist im Haushalt ausreichend
veranschlagt
Ansätze sind ausreichend
Deckung erfolgt aus Produkt/Finanzstelle Produktgruppe 1401/
Finanzstelle PN1401
Jährliche Folgeaufwendungen ab
Haushaltsjahr:
Bilanzielle Abschreibungen: €
Hierunter
fallen neben den üblichen bilanziellen Abschreibungen auch einmalige bzw.
Sonderabschreibungen.
Aktuell nicht bezifferbar
Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam) ab
Haushaltsjahr:
Erträge (z. B. Gebühren, Beiträge,
Auflösung Sonderposten): €
Produkt: Sachkonto
Einsparungen ab Haushaltsjahr:
Personal-/Sachaufwand: €
Produkt: Sachkonto
Es wurden
entsprechende Mittel für den Haushalt 2026 ff. angemeldet. Es wird darauf
hingewiesen, dass die eingeplanten Mittel noch unter dem Vorbehalt des
Ratsbeschlusses zum Haushalt und Haushaltssicherungskonzept (HSK) 2026 ff.
sowie des sich anschließenden Genehmigungsverfahrens für Haushalt und HSK
stehen.
II) Nachhaltigkeit der Maßnahme im Sinne des
Klimaschutzes:
|
Klimaschutz betroffen |
Nachhaltigkeit
|
kurz- bis mittelfristige Nachhaltigkeit |
langfristige Nachhaltigkeit
|
|
ja nein |
ja nein |
ja nein |
