Beschlussentwurf:
1. Der Rat der Stadt Leverkusen nimmt den Sachstandsbericht zur Beendigung des Fusionsprozesses zwischen der Informationsverarbeitung Leverkusen GmbH (ivl) und der regio iT GmbH zur Kenntnis.
2. Der Rat bekräftigt das strategische Ziel, die ivl langfristig leistungs- und zukunftsfähig aufzustellen, und unterstützt die Fortführung der strategischen Neuausrichtung im Rahmen des Transformationsprogramms „ivl>next“.
3. Der Rat wird über die Ergebnisse des Startmoduls sowie über weitere Umsetzungsschritte regelmäßig informiert und bei wesentlichen Strukturentscheidungen erneut befasst.
gezeichnet:
Hebbel
Begründung:
1. Strategischer Hintergrund
Im Rahmen des
Strategieprojekts „Zukunftssichere ivl 2030“ wurde im Jahr 2025 eine umfassende
Analyse der Leistungsfähigkeit, Struktur und Zukunftsfähigkeit der ivl
durchgeführt. Hintergrund waren steigende Anforderungen im kommunalen IT-Markt,
zunehmende regulatorische Vorgaben, wachsende Anforderungen an Informationssicherheit
sowie der strukturelle Fachkräftemangel. Auf Basis dieser Analyse wurde die
Fusion mit einer größeren kommunalen IT-Dienstleisterin als strategische Option
geprüft, um Skaleneffekte, Professionalisierung und langfristige Stabilität zu
erreichen.
Nach Durchführung
der Due-Diligence-Prüfung hat der Rat der Stadt Leverkusen am 15.12.2025 der
Fortführung der Verhandlungen mit der regio iT GmbH zugestimmt. Die im
Strategieprozess identifizierten strukturellen Herausforderungen bestehen
unabhängig von der gewählten Umsetzungsform fort.
2. Beendigung des Fusionsprozesses
Der Fusionsprozess
zwischen der ivl und der regio iT GmbH wurde durch ein Veto der Gesellschafterinnen
bzw. Gesellschafter der regio iT GmbH beendet. Die Entscheidung erfolgte nicht
aus operativen oder wirtschaftlichen Gründen.
Im Rahmen der
Due-Diligence-Phase wurden in den Bereichen Finanzen, Recht und Steuern keine
transaktionsgefährdenden Risiken festgestellt. Auch in zentralen strategischen
und operativen Fragestellungen - insbesondere hinsichtlich Synergien, Zielbild,
Integrationspfad, Transaktionsstruktur und Governance-Grundsätzen - bestand
weitgehende Übereinstimmung. Ein tragfähiges wirtschaftliches Gesamtkonzept mit
einem gemeinsamen Business Case lag vor.
Die Beendigung des
Prozesses ändert nichts an der grundsätzlichen strategischen Bewertung der ivl.
Die im Strategieprozess identifizierten strukturellen Herausforderungen
bestehen weiterhin fort.
3. Unveränderte
strategische Zielsetzung
Unabhängig vom
Scheitern der Fusion halten die Gesellschafterinnen bzw. Gesellschafter an den
folgenden strategischen Zielen fest:
·
Sicherstellung
und Ausbau der digitalen Handlungsfähigkeit und Souveränität der Stadt
Leverkusen und der EVL (Energieversorgung Leverkusen) durch leistungsfähige,
zuverlässige und zukunftsfähige IT-Infrastrukturen und -services,
·
Stärkung
der ivl als verlässliche, leistungsfähige und kundenorientierte Digitalisierungspartnerin,
·
Gewährleistung
wirtschaftlicher Stabilität, Transparenz und langfristiger Steuerbarkeit,
einschließlich Tragfähigkeit und Ausschüttungsfähigkeit,
·
Professionalisierung
der Governance- und Schnittstellenstrukturen,
·
strukturierte
Weiterverfolgung von Kooperationsoptionen im kommunalen IT-Markt.
Die ivl verfügt aktuell über eine solide wirtschaftliche und organisatorische Ausgangsbasis. Gleichzeitig steigen die Anforderungen in den Bereichen Digitalisierung, Informationssicherheit, Betriebsstabilität, Standardisierung und Effizienz kontinuierlich an. Vor diesem Hintergrund ist eine strategische Weiterentwicklung weiterhin erforderlich.
4. Weiteres Vorgehen -
Transformationsprogramm „ivl>next“
Zur Fortführung der
strategischen Neuausrichtung wird das Transformationsprogramm „ivl>next -
Strategische Neuausrichtung der ivl: kooperationsfähig und zukunftssicher“
umgesetzt. Es handelt sich hierbei nicht um eine erneute Grundsatzanalyse,
sondern um die strukturierte Konkretisierung und Umsetzung der im
Strategieprozess identifizierten Handlungsfelder. Ziel ist es, die ivl
strukturell weiterzuentwickeln und ihre langfristige Leistungs- und
Wirtschaftsfähigkeit systematisch zu sichern. Im Rahmen eines klar abgegrenzten
Startmoduls werden insbesondere
·
ein
Zielbild 2030 für die ivl entwickelt,
·
eine
wirtschaftliche Zielarchitektur, einschließlich Benchmarking mit vergleichbaren
IT-Dienstleistenden erarbeitet,
·
Governance-
und Schnittstellenmodelle zwischen der ivl, der Stadt Leverkusen und der EVL
weiterentwickelt,
·
ein
strategisches Zielbild für Service- und Leistungsstrukturen definiert,
·
eine
priorisierte Roadmap mit klarer Entscheidungslogik für die Gremien erstellt.
Das Startmodul ist
auf einen Zeitraum von ca. vier bis sechs Monaten angelegt. Auf dieser
Grundlage werden priorisierte Umsetzungsschritte vorbereitet. Hierbei wird der
Fachbereich Digitalisierung (FB 04) auf der Leitungsebene stets eng,
transparent und vertrauensvoll eingebunden. Der Rat der Stadt Leverkusen wird
nach Abschluss des Startmoduls erneut befasst.
5. Wirtschaftliche
Einordnung
Für das klar
abgegrenzte Startmodul ist ein Maximalbudget in Höhe von 110.000 € vorgesehen. Die
Mittel sind im Wirtschaftsplan der ivl darstellbar. Über mögliche
Folgemaßnahmen wird gesondert entschieden.
6. Personal-
und Mitbestimmungsaspekte
Mit dieser Vorlage
sind keine unmittelbaren personellen Maßnahmen oder kurzfristigen
Strukturentscheidungen verbunden. Der Transformationsprozess erfolgt unter
frühzeitiger und kontinuierlicher Einbindung des Betriebsrats. Ziel ist es,
Transparenz, Beteiligung und Planungssicherheit für die Mitarbeitenden
sicherzustellen.
7. Bedeutung
für die Stadt Leverkusen und die EVL
Das
Transformationsprogramm dient nicht allein der internen Weiterentwicklung der
ivl, sondern hat unmittelbare Bedeutung für die Stadt Leverkusen und die EVL. Es
trägt dazu bei,
·
die
digitale Handlungsfähigkeit der Stadt Leverkusen nachhaltig zu stärken,
·
Effizienzpotenziale
durch Digitalisierung strukturiert zu heben,
·
wirtschaftliche
Stabilität und Ausschüttungsfähigkeit langfristig zu sichern,
·
Kooperationsoptionen
systematisch zu prüfen und strategisch einzuordnen,
·
eine
klare Steuerungsarchitektur zwischen der ivl, der Stadt Leverkusen und der EVL
zu etablieren.
Mit dem
Transformationsprogramm „ivl>next“ wird ein klares Signal der
Handlungsfähigkeit gesetzt und die strukturierte Weiterentwicklung der ivl
konsequent fortgeführt.
I) Finanzielle Auswirkungen im Jahr der
Umsetzung und in den Folgejahren
Nein
(sofern keine Auswirkung = entfällt die Aufzählung/Punkt beendet)
Aufwendungen für die Maßnahme: €
Fördermittel beantragt: Nein Ja %
Ratsbeschluss vom zur
Vorlage Nr.
Ja –
investiv
Finanzstelle/n: Finanzposition/en:
Auszahlungen für die Maßnahme: €
Fördermittel beantragt: Nein Ja %
Name Förderprogramm:
Ratsbeschluss vom zur
Vorlage Nr.
Beantragte Förderhöhe: €
Maßnahme ist im Haushalt
ausreichend veranschlagt
Ansätze sind ausreichend
Deckung erfolgt aus Produkt/Finanzstelle
Jährliche Folgeaufwendungen ab
Haushaltsjahr:
Bilanzielle Abschreibungen: €
Hierunter fallen neben den
üblichen bilanziellen Abschreibungen auch einmalige bzw. Sonderabschreibungen.
Aktuell nicht bezifferbar
Jährliche Folgeerträge
(ergebniswirksam) ab Haushaltsjahr:
Erträge
(z. B. Gebühren, Beiträge, Auflösung Sonderposten): €
Produkt:
Sachkonto
Einsparungen ab Haushaltsjahr:
Personal-/Sachaufwand: €
Produkt:
Sachkonto
II) Nachhaltigkeit der
Maßnahme im Sinne des Klimaschutzes:
|
Klimaschutz betroffen |
Nachhaltigkeit
|
kurz-
bis mittelfristige
Nachhaltigkeit |
langfristige
Nachhaltigkeit
|
|
ja nein |
ja nein |
ja nein |
